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Big Brother on the beach!
Nach einem gemütlichen Abend unter Freunden fuhren wir gestern gegen 21 Uhr 30 mit dem Auto die Berge hinunter Richtung Hafen von Los Cristianos und wunderten uns schon über den regen Betrieb. Im Hafen parkten Kolonnen von Guardia Civil (span. Polizei) Fahrzeugen und auch das Fernsehen war in den Menschenmassen vertreten … "wieder ein Flüchtlingsdrama" sagte ich fest überzeugt zu meinen Kumpels.
Der anschliessende Versuch durch die Absperrung zu gelangen scheiterte kläglich am wachsamen Auge der Polizei, nach kurzer Erklärung das wir vor Anker liegen und das wir unser Schlauchboot benötigen um an Bord zu kommen (welches sich leider in der Sperrzone befand), gab uns der Chef grünes Licht und unter Polizeigeleit durften Chori und ich unser geliebtes Dinghi entern.
Als wir das Fischereibecken verliessen und auf die Hauptmole zufuhren konnte ich meinen Augen nicht trauen … ca. 100 Meter von uns entfernt lag die Katamaran-Fähre "BONANZA EXPRESS" auf dem Strand !!!
2 Boote der Guardia Civil und Salvamiento Maritimo pendelten zwischen dem Heck der Fähre und dem Hafenbecken um die 170 Passagiere zu evakuieren. Gegen 23 Uhr 30 wurde diese Aktion erfolgreich beendet und alle Passagiere hatten wieder (bei bester Gesundheit) festen Boden unter den Füssen.
Laut einer Pressemitteilung der Fred.Olsen Company gab es Probleme mit der Schubkontrolle, der Kapitän konnte das Schiff nicht per "Maschine Rückwärts" aufstoppen.
Seit heute morgen laufen die Bergungsarbeiten auf Hochtouren, 3 Schlepper befinden sich auf Reede und laut VHF werden gerade die Dieseltanks der Fähre leergepumpt.
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Update: 2 Tage später wurde die Bonanza Express wieder ins tiefe Wasser geschleppt und nach Las Palmas in die Werft überführt.
Inselhüpfen
Nach 2 Tagen chillen an der Beach “Playa Francesa” und 2 Vulkanbesteigungen juckte es wieder und somit hies es am Mittwoch mittag:
Anker auf und Kurs auf Las Palmas de Gran Canaria – Distanz 110 Seemeilen.
Der Wind blieb uns treu mit 3-4 Bft aus Nord-Ost. Genau wie schon bei der Überfahrt vom europäischen Festland, nahmen wir es gemütlich und setzten nur das Gross und liefen mit 6 Knoten gen West.
<- Bild: Playa Francesa (Isla Graciosa).
Nach 20 Stunden auf See erreichten wir am Donnerstag, 11 Uhr 00 morgens die Hafenmolen von Las Palmas. Der Yachthafen meldete “komplett” und es befanden sich über 60 Yachten vor Anker, der Grund: am Sonntag startet die diesjährige “Atlantic Rally for Cruisers“. Jedes Jahr versammeln sich hier über 300 Fahrtensegler, die dann mehr oder weniger gemeinsam den Atlantik mit Ziel Santa Lucia (Karibik) überqueren. Für uns käme eine Teilnahme überhaupt nicht in Frage, Einhandsegler müssen auch mal schlafen, in dieser Zeit erhöht sich natürlich die Kollisionsgefahr – für Handelsschiffe haben wir ein AIS-Alarmradar, aber auf Yachten ist AIS noch nicht so geläufig und das Radar permanent laufen zu lassen verträgt sich nicht mit unseren Batteriekapazitäten.
Las Palmas ist sehr angenehm zum shoppen, alles liegt in der Nähe des Hafens, ich finde sogar einen Amateurfunkladen und bekomme das langgesuchte CAT-Kabel (Verbindungskabel zwischen Laptop u. Funkgerät) für meine Yaesu FT-897.
Nach einer Woche habe ich genug vom City-Life und muss wieder raus ins tiefere Wasser – Kurs Los Cristianos (Teneriffa Süd). Auslaufen um 15:30, zu leichter Wind aus Nord, es summen die Motoren der SUNJET.
2 Stunden später rauscht mit einem Getöse das Gross den Mast herunter, das Grossfall ist gerissen, aufentern des Mastes ist wegen der hohen Dünung nicht angesagt – es wird also nur mit der gehissten Genua eine sehr gemütliche Reise werden.
<- Bild: Nord-Ost von “La Isletta”
Kurz vor Sonnenuntergang kreuzt der 3 Master “Stad Amsterdam” unseren Kurs, ein herrlicher Anblick, auch der Himmel beschert uns wieder ein fantastisches Farbenspiel.
Morgens um 05 Uhr verlässt uns der lieb-gewonnende Nord-Ost Passat und Maschine Backbord schiebt uns durch die Flaute. Der Sonnenaufgang ist genau so spektakulär wie der gestrige Sonnenuntergang …
Gegen 11 Uhr fällt der Anker vor dem Strand in Los Cristianos, hier wollen wir alte Freunde aus der Radiozeit besuchen und die letzten Vorbereitungen für den anschliessenden Senegal-Törn treffen … Afrika, wir kommen
Cadiz – Graciosa
1. Tag
14:30 – Anker hoch und Auslaufen Sankti Petri, Kurs 180 Richtung Marokko, Wind 2 Bft aus NW (von achtern) – machen 4.5 Knoten mit gehissten Gross.
23:00 – passieren westlich die Strasse von Gibraltar, starker Schiffsverkehr, weichen einen Containerschiff aus, welches mit mindestens 20 Knoten an Stb auf uns zu rauscht.
2. Tag
04:00 – Wind dreht auf Nord und nimmt auf 4-5 Bft zu, 1.Reff ins Gross gebunden.
06:00 gehen auf 240º, entfernen uns der marrokanischen Küste um Ruhe von den Fischerbooten zu haben, Schiffsverkehr hat stark nachgelassen,
09:00 – nach herrlichen Sonnenaufgang gibt es Eier mit Speck zum Frühstück.
Keine Wolke am Himmel, Temperaturen über 20º C und guten Wind von achtern, da geraten Segler in einen Trance …
<- Bild – Sunjet querab von Kenitra (ca 60 sm).
14:30 – Etmal von 124 sm – ohne motoren (!)
16:20 ein Tunfisch von ca. 1 Kg gefangen, nicht gerade gross aber dafür lecker
3.Tag
06:00 – Ukw Funkverbindung mit Claes von der Segelyacht Ambra abgerissen, ab jetzt ist die Kurzwelle auf 27650 Mhz angesagt – täglich um 9 Uhr und 21 Uhr wie vor Abfahrt geplant.
12:00 – es wird immer wärmer, die Petroleum-Heizung wird verstaut, Schuhe und Socken ab in den Schrank – wir haben den Sommer wieder eingeholt – yiipeeh!
15:00 – Etmal 140 Meilen, habe nur das Gross im 2.Reff gesetzt um die Geschwindigkeit zu reduzieren, in der Hoffnung das Ambra wieder aufholt.
21:00 – Funkkontakt über Kurzwelle mit Claes! Alles bestens bei ihm an Bord, er befindet sich 30 Meilen nördlich unserer Position.
4. Tag
09:00 – Funkverbindung mit Ambra klappt einwandfrei, wir geben unsere Positionen durch und erzählen was heute mittag auf den Tisch kommt – auf Ambra Spagetties Bolognese und auf Sunjet Tunfisch mit Kartoffelpüree.
11:00 – dicke Wolken ziehen auf, das knacken auf Kurzwelle kündigt Gewitter an.
14:30 – binde das Gross ins letzten Reff – Wind aus NO 6-7 Bft, eine dunkle fette Gewitterwolke liegt vorraus.
15:00 – hätte doch den Kurs nach Ost absetzen sollen, jetzt sind wir mitten drinn im Gewitter, starker Regen und Böen 8-9 Bft, drehe den KAT in den Wind und berge das Grosssegel … schwapp, eine Welle kommt über und wir waren einmal trocken, genau durch den Kragen den Rücken runter,geil - jetzt sind wir wach. Rolle 3 qm2 der Genua aus und wir rauschen mit 8 Knoten die Wellen runter.
15:20 – kein Wind(!) … dann kommt er ganz leicht kurzzeitig aus Süd (von vorne) und dreht anschliessend wieder auf Nord-Ost mit 3 Bft.
16:30 – alles wieder ok, Gross im 2.Reff wie gehabt und die Sonne strahlt auch wieder – Temperaturen sind nochmals angestiegen, einfach herrlich !
21:00 – Claes hatte mehr Glück, er blieb vom Gewitter verschont – noch 90 Meilen bis Lanzarote.
5. Tag
09:30 – Land in Sicht !!!
Es begrüsst uns durch den Dunst der “Roque del Este”, nord-östlich von Lanzarote.
Sitze mit T-Shirt und kurzen Hosen im Cockpit und geniesse den Landfall.
11:00 – Unser Anker fällt in der Bucht “Playa Francesa” südlich der Insel Graciosa.
4 Tage und 19 1/2 Stunden dauerte die Reise von Cadiz nach Graciosa, kein Rekord dafür bis auf das gestrige Gewitter an Gemütlichkeit kaum zu schlagen. Ein gelungender Auftakt unserer Reise …
YOHOO

