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La Galère

muss mich nochmals kneifen, war das jetzt ein Alptraum … autsch nee, pure Realität schnief !
Samstag morgen 10:00 Uhr hiev op Anker und raus aus dem Kourou Fluß, 5 Seemeilen später, wir passieren gerade die Ansteuerungstonne stirbt der Steuerbord Diesel. Schnell die Haube ab und geil, auch hier hat’s den Zahnriemen gerissen. Ich Esel schleppte doch glatt 100 Liter Diesel 2 km durch Kourou, na 5 Liter hätten es auch getan – nix mehr Maschine, hätte mal lieber mehr Rum für die Kohle kaufen sollen …

Der Wind kommt aus Nord-Ost, schwächelt aber mit seinen 7-8 Knoten, da wir gegen den Strom laufen machen wir nur noch 1.8 Knoten Fahrt über Grund. Wir haben ja viel Zeit, lass uns die mal nutzen …

In der Backbord-Vorkabine, unter der Koje hab ich Wasser in der Bilge entdeckt. Mit Pütz und Schöpfbecher machen wir uns an die Arbeit. Beim 3. Eimer rutschte das Kojenbrett auf welchem wir knieten aus der Verankerung und rumms (!) abwärts gehts … mit dem Schädel und Brustkorb voll auf die Querverstrebungen – Double Impact mit Knock-Out, wir hören vom weiten Vöglein zwitschern !

Boah wa das eine Keule, ganz groggy auf allen Pfoten erst mal aus dem Kasten krabbeln, dann Meter für Meter nach Achtern, Treppe hoch und in den Salon – auf’s Sofa in die Horizontale und nicht bewegen !

20 Minuten später starten wir den Autocheck – dicke Backe ist klar aber Schmerz lässt nach – sehr gut.
Aber ein oder zwei Rippen hat es mächtig zugesetzt und der Atem ist recht flach, auf keinen Fall Husten, das geht gar nicht ! Nach 30 Minuten wieder auf den Beinen, also kann es nicht so schlimm sein.

Flaute um Mitternacht, wir stehen querab von Degrade de Cannes und müssen die Segel bergen denn die See ist zu kabbelig und das Tuch schlägt hin & her.

06 Uhr 00 – die Gegenströmung hat uns 12 Meilen zurück nach Cayenne versetzt, eine leichte Brise kommt auf also Segel setzten …
Zuerst die Genua ausrollen, mit ihr hart am Wind, Großbaum nach Lee, Lazy-Jacks lösen und hoch das Groß, voila geht alles auch prima ohne Maschine – das einzigste Handycap: ein Messer zwischen den Rippen, so fühlt es sich zumindest an.

Am Abend dann wieder Flaute … Tuch runter. Erst heute Mittag kam wieder eine leichte Brise auf mit der wir gerade noch die Kurve schafften um den Iles de Salut auszuweichen.
Wooow, nun sind wir fast wieder in Kourou, das macht im Durchschnitt Etmale von 3 Meilen aka 6 Meilen in 2 Tagen – Wahnsinn !

So leicht geben wir uns nicht geschlagen, ohne Maschinen müssen wir halt umdenken. Wir brauchen mehr Wind und müssen raus aus dem Strom, daher laufen wir jetzt Kurs 340° (fast in die Gegenrichtung) um die offene See zu erreichen. Minimum 160 Seemeilen Distanz zur Küste lautet unser erstes Ziel, dann sind wir zumindest mal aus dem Guyana Strom raus. Danach schaun wa mal wie der Wind weht.

Die Thrombareduct Salbe zeigt erste Erfolge und der Atem wird wieder tiefer, vielleicht doch nur eine Prellung, Husten bleibt weiterhin verboten. Wir müssen schnellstens wieder fit werden denn die Pockenmuscheln wachsen mächtig am Unterwasserschiff und ein erfrischendes Bad im blauen Ozean ist schon gebucht.

Die Sundowner-Session heute Abend war mal wieder oberste Sahne, herrlicher Sonnenuntergang bei blauen Himmel und 29 Grad, leichte Brise aus ONO, keinen Grund zum jammern – uns geht’s doch wirklich gut – Yoohoooo :-)

Pitstop Kourou

beep beep – zweimal “gedrückt” auf den linken Pfeil vom Autopiloten macht weitere 2 Grad nach Backbord. Dieses Spiel läuft schon seit zwei Stunden und jedes mal sind wir verpflichtet das Weinglas zu füllen und Wotan zu danken .

Mit schon leicht getrübten Blick scannen wir den Horizont ab. nix von unseren Schutzengeln zu sehen, vielleicht sollten wir auf Jack Iron (Rum) umsteigen, mit dem sieht man nach 3 Gläsern alles was man sich wünscht – Yoohooo !!!

Nee also ganz ehrlich, normal ist das nicht mehr und Onkel Christoph kann das nach 2 jähriger Beobachtung bestätigen, wir haben immer ein unglaubliches Schwein mit dem Wind ! MSG an Lisa und Charly von der S.Y. Bomika, habe die Maroni Flussmündung 50 sm nördlich passiert und laufe Direktkurs “Ansteuerungstonne Kourou”, noch 90 Meilen – ruhige See, Kurs 148°, 5 Knoten und unter Segel – Winke, winke aus dem ungnädigen Guyana Strom :-) :-) :-)

Lisa & Charly liegen zur Zeit in Domburg (Suriname) und wir wollen uns die nächsten Tage auf der Teufelsinsel wiedersehen, ich freue mich tierisch drauf – yeah !

Aber ganz so cool lief es nicht immer, Samstag Nacht zogen 3 fette Squalls durch (Regenwolken mit bis zu 35 Knoten Wind), der Zweite war heftig und drückte eine Segellatte aus ihrer Tasche … *in meantime fixed

Am Sonntag um 11 Uhr 20 trudelte eine Mail von meinem Daddy ein mit . hier Originaltext: -”Hi,gerade zu ende, and the winner is V E T T E L Weltmeister Gruss aus OL”-

danach war an Bord der Sunjet “feiern” angesagt and no memory what happend after .

Gestern schamfilte Reffleine N°2 durch. eine Fehlkonstruktion die wir heute korrigiert bzw. behoben haben und bei einem Maschinen-Check ist der Zahnriemen vom Backbord Diesel gerissen, somit nur noch die Steuerbord Maschine zur Verfügung, Wilfried Erdmann ist mehrere Male ohne Maschine um den Globus, also freuen wir uns doch über die “noch” funktionierende Steuerbord Maschine :-)

Danke für die vielen Emails mit Sympathie Bekundungen für die Dorade . ja sie hatte den Kampf gewonnen aber ich hab mich am folgenden morgen “no mercy” an einem Tunfisch gerächt und der landete dort wo er hin gehört – in meine Bratpfanne . MuuuHaHa ;-)

Herzlichen Dank an Marion, Wolfgang (DB7ER) und Heinzel für die GB-Einträge, ich kann diese aber erst in Kourou via Internet freischalten …

So, nun muss ich aber an Deck, einige Fischer sind unterwegs und wir sind gezwungen Wahrschau zu halten . die Küste halt .. am schönsten ist es doch draußen auf hoher See Yoohooo !

Fair play !

raaaatsch raaaatsch, . kann momentan das Geräusch nicht einordnen, wieder raaaatsch und Bingo – der Groschen fällt: die Schleppangel !!!

Schnell erst einmal die Bremse von der Rolle fester ziehen sonst bleibt bald keine Sehne auf der Trommel aber denkste, auch auf der höchsten Stufe rauscht die Angelschnur weiter raus. Okay, also auf die klassische Art und packe die Sehne mit der rechten Hand, Handschuhe sollte man jetzt haben !

Stillstand, schon mal gut, nun mit der Rechten reinziehen und gleichzeitig mit der Linken aufspulen – funzt ! Suupi das wir durch die leichte Brise nur 3 Knoten machen, sonst hätten wir schon lange das Fanggeschirr verloren. Aha, unser(e) Unbekannte(r9 ändert seinen Kurs und spielt Mitläufer auf der Backbordseite, weiter geht’s – Meter für Meter, die Sehne schneidet in den Fingern und leichte Krämpfe melden sich an aber loslassen ist nicht, nix da – wir wollen was Frisches für die Bratpfanne :-)

Wooow, jetzt bekennt unser Gegner Farbe aka leuchtend grün & gelb, eine Dorade, und was für ein Teil ! Es fehlen noch 50 Meter und so langsam geht unserem Leckerbissen die Puste aus, Immer näher zur Bordwand, klar zum Bootshaken und vorsichtig ihren Kopf aus dem Wasser ziehen . noch 1 Meter, mit aller Kraft schüttelt sie sich und yeeaah geschafft, sie ist vom Haken und schwimmt wieder raus in die weiten des Atlantiks !

Boah, fantastischer Kampf, dieses mal mit Happy End für den Fisch, zurecht denn ich hätte das große Teil niemals alleine verputzen können, also Linsensuppe mit Würstchen aus der Dose schnief .

Ansonsten alles bestens an Bord, leichte Winde um die 10 Knoten und wir schleichen gemütlich mit ca. 4 Knoten gen Süd. Richtig gute News sind, das ich das Pactor Modem wieder zum laufen gebracht habe. Christoph erzählte über Funk das die kleine USB Converter Platine ausgetauscht werden muss, na dann konnte ich ja mit dieser ein Experiment starten und einfach die durchgebrannte Spule durch 2 Lötbrücken ersetzten – et voila, back alive :-)

Okies, noch 430 Seemeilen bis zur Teufelsinsel, dort sind wir wieder Zuhause Yoohoooo :-)

Wetter
Las Palmas (Kanaren)
10. Februar 2012, 11:56
Bewölkt
Bewölkt
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Gefühlte Temperatur: 14°C
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Luftfeuchtigkeit: 55%
Wind: 4 bft NNO
Böen: 4 bft
Sonnenaufgang: 8:44
Sonnenuntergang: 19:48
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