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hard work …
die Wellen schlagen mit einer mördergewalt gegen die Bordwände, immer wieder ergießen sich Tonnen von Wasser an Deck, schwer ächzt die Sunjet über den Wellenkamm und rauscht mit gefährlicher Schräglage hinab ins nächste Tal. Ungnädig peitscht der Wind in die zum bersten gespannten Segel ..
“BREAK !!!”
“Alten, wir sind im falschen Film !”"
Yep, stimmt – also Sunjet (Klappe schnalz) die Zweite :
Der Computer meint heute wäre Mittwoch, nun gut – hat bestimmt recht, somit der 4.Tag auf See und wir haben das geilste Wetter bei 32 Grad, strahlend blauer Himmel mit einzelnen Schäfchenwolken und die See ist fast platt wie ein Spiegel. In Schleichfahrt mit 3 Knoten steuern wir seit einigen Stunden Kurs 150 Grad – Direktanlieger Kourou, noch ca. 630 Meilen, relaxer geht es wirklich nicht !
Heute hatten wir ein richtiges Erfolgserlebnis, nach Feineinstellung des Rudersensors und stundenlangen studieren der Betriebsanleitung, Chapter “manuelle Einstellung” haben wir nun endlich den Simrad AP24 korrekt am laufen – WAHNSINN !!! Ich sah mich schon Stunden am Ruder verbannt mit tiefen Rändern unter den Augen aber nix da, Party ist angesagt und zur Belohnung gibt’s 3 x 500 ml Königsbacher Pils, soll reichen bis zum Sundowner, danach ist Cinema angesagt, “Good bye Lenin” steht auf dem Programm.Die Schleppangel ist ausgebracht und eine Dorade steht auf dem Bestellzettel, na gibt bestimmt wieder einen Tunfisch.
Tja, so hart ist das Seglerleben, wenn man einem Club angehört, bekommt man vielleicht sogar einen Preis für die außergewöhnlichen Leistungen *schmunzel
“Nicht immer so viel petzen Alten !”
Yep, stimmt auch – bevor wir hier noch mehr Blödsinn verzapfen, zapfen wa noch’n Bier !
Auf Euer Wohl Genossinnen & Genossen .
gen Süd via Ost
Yiiipeeh, seit 30 Stunden geniessen wir wieder die herrliche Ruhe auf dem Atlantik.
Auslaufen St. Pierre war gestern um 12 Uhr 00, danach umrundeten wir die wunderschöne Nordspitze von Martinique. Das war wirklich ein tolles Spektakel, die Nordflanke vom Mount Pelé ist am Ende der Regenzeit tiefgrün und unzählige Wasserfälle rauschen aus großer Höhe die Klippen hinunter ins Meer – wooow !
Um 18 Uhr hiess es dann endgültig Abschied nehmen von der Karibik und die Sunjet stampfte mit 7 Knoten gegen die See Kurs 70 Grad. Momentan versuchen wir mit dem Süd-Ost Wind möglichst viele Meilen Richtung Ost zu schaffen bevor der Ost-Passat wieder einsetzt (Mittwoch Nachmittag = 48 Stunden), danach Kurs Süd und nicht zu dicht an die Küste Süd Amerikas wegen dem Nord-West setztenden Guyana Strom … äähm, könnt ihr noch folgen ? Wenn nicht, macht auch nix, nur das ist echt ‘ne miese Strecke da meistens gegen Strom, Wind und Welle. Normale Segler meiden dieses Gebiet, wenige haben sie gemacht und sind froh wenn einmal geschafft und wir machen sie jetzt zum 4. mal in 10 Monaten denn genau das ist der Kick – “die ideale Strecke zu finden”. Dieses mal der Versuch: weit raus und minimum 250 Seemeilen Abstand zur Küste – voila, schaun wa mal.
An Bord ist soweit alles okay, heute hab ich mal die Wanten nachgespannt und versucht den Simrad AP24 Autopiloten zu optimisieren. Die Wanten zirpen das hohe C und alles ist gut mit dem Rigg aber der Autopilot bereitet mir langsam Kopfschmerzen, das die Simrad Piloten keinen Amateurfunk mögen ist ja mittlerweile bekannt, ob beim Jens auf der S.Y. Anni oder beim Arnim auf der S.Y. Shazzada – beim drücken der Mikrofontaste flippt der Autopilot aus, hier genau das selbe Spiel obwohl ich extra den Kompass weit wech von der Antenne installiert habe. Wenns nur das wäre, der Kumpel macht permanent unverständliche Ruderkorrekturen das die Batterien (immerhin 8 x 96 Ampère) in 3 Stunden platt sind. Momentan steuert ein 10 Jahre alter Navico Wheelpilot (die mit dem externen Keilriemen) auf 10 Grad genau, obwohl dieser nur für Schiffe bis zu 12 Meter ausgelegt ist und das zu einem Bruchteil der Energie im Vergleich zum Simrad AP24.
So, dann woll`n wa mal gucken ob wir diesen Text jetzt per RMS Express und Kurzwelle gesendet bekommen.
Winke winke an Alle und Christoph, sag mir doch mal morgen in der Runde wer denn nun den Großen Preis von Brasilien gewonnen hat … Webber, Vettel oder Alonso ??? … und wie hat Hannover 96 gegen Dortmund gespielt – danke !!!
Nachtwache beginnt = Buch lesen und Vino Tinto schlürfen, den Rest machen Navico und A.I.S. ….
9. Tag – Urlaub pur :-)
Gegen 03:00 Uhr wurde der Seegang merklich angenehmer und die Wellen flacher und länger, der GPS bestätigt + 1 Knoten über Grund – wir befinden uns wieder in der Guyana Strömung. Das ganze 150 sm östlich von Tobago, bestimmt interessant für zukünftige Fahrten von der Karibik nach Brasilien. Kurz vor 07:00 Uhr dann ein bilderbuchreifer Sonnenaufgang, Himmel & See präsentieren sich in einem fantastischem blau, ganz offensichtlich – die Karibik ist zum greifen nahe.
Was machen mit solch einem schönen Tag ? Na logo, faulenzen ! Ein dickes Kissen, ein gutes Buch, Ziggies, Drinks und ab nach vorne ins Trampolin – geil
Ein Handelsschiff passiert uns recht dicht an Backbord und wir winken, sie antworten mit dem Typhon – auch eine schöne Geste.
Übrigens konnten wir gar keinen Fisch mehr fangen denn irgend ein Pitbull-Tuna hat mal wieder den Haken “ABGEBROCHEN”, der Hammer denn das war wirklich ein 4 mm fetter Stahlhaken. Werde morgen mal ein Bild von dem zerstörten Köder machen und hier bei nächster Gelegenheit reinstellen.
Zur Navigation: der Wind kommt mit 10 Knoten genau aus Ost und seit 7 Stunden laufen wir hier im Schmetterling und machen gemütliche 5 Knoten über Grund, Lebensqualität wie in einer ruhigen Bucht vor Anker. Bei gleichbleibenden Bedingungen werden wir morgen früh gegen 05 Uhr die Insel Tobago passieren und wohl mit letzten Tageslicht in der Prickley Bay/Grenada einlaufen.
Da der Tag so schön war, verlängern wir ihn einfach in dem wir die Uhr jetzt eine Stunde zurück stellen … macht dann auch gleich 2 Sundowner heute abend, na dann mal Prost !
