Archiv für Januar 2009

um Euch nicht mit der erlebten Bordroutine zu langweilen, fassen wir die letzten 2 Tage einfach kurz zusammen.

Der angedrohte Wind mit 7 Beaufort blieb “Neptun sei Dank” aus, keine Ahnung ob es an der Taktik lag dichter unter Land zu gehen oder ob ihm der grosszuegige Schluck  Champus so gut schmeckte – vielleicht von beiden etwas :-)

Samstag frueh um 03 Uhr 00 umrundeten wir das Cap Vert, ueberrascht haben mich dort die Fischer mit ihren kleinen offenen Booten (bis zu 10 Meilen weit draussen bei 5-6 Beaufort und groben Seegang). Sehen konnte ich die Boote immer erst im letzten Augenblick, da die Jungs erst bei Kollisionsgefahr ihre Laternen anzuendeten (meist weniger als eine Meile). Danach ging es in Schleichfahrt (2-3 Knoten) gen Ost um erst bei Tageslicht die Bucht von Dakar zu erreichen. Um 07 Uhr 00 und mit ersten Morgenlicht umfuhren wir die geschichtstraechtige Insel Goree und ich meldete unsere Ankunft bei Dakar Port Control, “please go to Anse de Hann at the eastern part of the bay” … wie wichtig das Tageslicht war bewiesen die letzten 3 Meilen unserer Fahrt, es wurde ein richtiger Slalom vorbei an den vielen Fischernetzen und Booten.

Dakar 011-800 Am Samstag, den 17.01 um 07 Uhr 40 fiel der Anker vor dem “Club de Voile de Dakar” in Hann-Plage. Genau 6 Tage, 2 Stunden und 40 Minuten brauchten wir von Las Palmas nach Dakar, der Wind war kraeftiger als erwartet aber auch konstanter, nur aus Nord-Ost und Ost.

Bild: der Strand von Hann (Dakar)

Das Wetter: 26 Grad und strahlend blauer Himmel, Nachts fallen die Temperaturen auf 17 Grad – 5 Tage wehte der Harmattan (Wind mit roten Wuestensand), taegliches Deckschrubben war angesagt, aber davon erzaehle ich Euch beim naechsten mal …

03 Uhr 00, ein weiterer Abschnitt ist geschafft – passieren gerade 50 Meilen westlich die Grenze von Western Sahara und Mauritanien, Kursaendurung auf 178 Grad, auf zu unserem letzten Kap dieser Reise = Cap Vert, Distanz 370 sm.

06 Uhr 00, mit unserer Ruhe ist es vorbei – befinden uns auf der Nord/Sued Schiffahrtsroute, alle 1-2 Stunden ein AIS Alarm, reduziere den Alarmradius von 8 auf 4 Meilen. Die Berufsschifffahrt muss wohl mittlerweile eine Art von automatischen Anti-Kollisionssystem haben, bisher rueckte uns kein Dampfer naeher als 2 Meilen auf dem Pelz … super !

10 Uhr 00, Intermar – Christoph hat meine Position via Relay von Orlando (31SD10) erhalten und gibt mir gleich eins auf die grosse Nase “heute hast Du noch 4-5 Beaufort, ab morgen bis zum Sonntag wird es dann sportlich mit 7 Beaufort” Oups! Bisher lag er meistens ein Beaufort unter der Realitaet – somit koennte es ja auch wieder ein 8er werden, gar keine Lust drauf … Studiere die Pilotscharts und meine Gribdaten, unter der Kueste weht es meistens nicht ganz so stark und OST/Nord-Ost ist ablandig, okay Kurswechsel auf 160 Grad, genau auf die Grenze von Mauritanien und Senegal zu. Etmal lag bei 135 Meilen, nicht gerade berauschend aber zumindest kein Bruch die letzten 24 Stunden.

14 Uhr 00, oeffne eine Dose “asturianischen Linseneintopf” – Made in Spain, eine Frechheit ist das! Der Inhalt besteht aus ein Stueckchen total zerkochter Wurst (ca 3 cm), ein Wuerfel Fett (nicht eine Fleischfaser zu finden) und waesserige Linsen, brate erstmal etwas Speck an und schnippel 3 Bockwuerstchen mit rein – Bon Appetit!

16 Uhr 30, das Wetter bleibt stabil, 4-5 Beaufort aus Nord-Ost und unser Speed variiert zwischen 6-7 Knoten. Heute ist der 15.Januar somit auch mal wieder mein Geburtstag, eine Flasche Champus wird gekillt, halbe Flasche fuer die SUNJET und mich – die andere Haelfte fuer Neptun, vielleicht koennen wir ihn damit bei guter Laune halten.

LP2Dakar 024-800 19 Uhr 00, herrliches Farbenspiel beim Sonnenuntergang – sitze im Cockpit und lausche auf UKW fuer meine Ohren ungewohnte Musik aus Mauritanien. Der erste Beweiss seit Abfahrt Las Palmas das wir gen andere Kulturen und Laender reisen, die Stimmung ist mal wieder auf Top !

(Bild rechts: Sonnenuntergang vor der Kueste Mauritaniens)

23 Uhr 30, ein schoener Tag geht zu Ende, Null Probleme und absolut kein Stress – am liebsten wuerde ich jetzt den Kurs auf West absetzten und Richtung Karibik segeln aber die Amateurfunklizenz winkt im Senegal …

Routenplan
  • nach Puerto Rico:
    in 1 Monat, 4 Tagen
  • nach Gibraltar:
    in 1 Monat, 22 Tagen
Galerie
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