Archiv für 22. Januar 2009

Las Palmas-Dakar (4.Tag)

01 Uhr 00, die See wird ruppiger, immer oefters knallen jetzt die Wellen unters Brueckendeck – mit dem Gross im letzten Reff machen wir 7-8 Knoten.

02 Uhr 30, Alarm vom Autopiloten, mit einem Satz springe ich ans Ruder, eine Halse koennte bei diesem Wind teuer werden … So’n schiet! Totalausfall des Autopiloten – Null Wiederstand beim einkuppeln, wahrscheinlich ist das Getriebe futsch. Kann es einfach nicht fassen denn das Ding ist nagelneu und verfluche im feinsten Repertoire die Firma Raymarine, schon auf meiner kleinen Sunshine hatte ich einen neuen ST1000 Pinnenpiloten von der selben Firma im Einsatz der nach der 2. Fahrt voll Wasser lief und nun wiederholt sich die Geschichte.

Jetzt moegen viele von Euch denken “der Kerl hat ‘nen Vogel” aber … waehrend ich mit der Taschenlampe am Piloten fummele und dabei auch noch das Schiff steure krallt sich auf einmal ein Federvieh in meine Haare, startet aber gleich wieder durch! Alle Wut ueber den Autopiloten loesste sich sofort auf, ein Grinsen macht sich breit – einfach zu komisch diese Situation.

security 002 03 Uhr 00, vorbei mit Urlaub – der Wind blaest jetzt in den Spitzen mit 8 Beaufort, drehe die Sunjet in den Wind und hole das Gross runter. Der Friesennerz wird als Kampfanzug angelegt, Sicherheitsgurt umgeschnallt und die 2 Aluminiumtraeger ans Achterschott eingelegt (als Verstaerkung der Tuer gegen Wellenschlag – siehe Bild rechts). Rolle ca. 4 qm3 Vorsegel aus und nehme die See schraeg von achtern, mit einer Mischung aus Sorge und Faszination surfen wir jetzt die Wellen hinunter aber die Sunjet liegt fantastisch in der See und laesst sich leicht auf Kurs halten. Unser Bruchpilot, (eine Taube) hat es sich auf dem Brueckendeck an Steuerbord bequem gemacht.

05 Uhr 30, der Wind faellt auf 30 Knoten – gebe mehr Genuaflaeche und installiere den guten alten NAVICO WP5000 Autopilot, rein in die trockene Stube … oh wie gut schmeckt jetzt diese Tasse Kaffee!

08 Uhr 00, bemerke jetzt erst bei Tageslicht, das das Dinghy schraeg in den Davids haengt, eine Nirohalterung ist gebrochen – nicht so schlimm, mit einem zusaetzlichen Tampen ist das Problem erstmal provisorisch geloest. Noch groessere Augen mache ich beim Check-up unter dem Brueckendeck – dort schleift die verbogene Halterung der Rettungsinsel durchs Wasser, die Wellen zertruemmerten doch glatt die Aufhaengung und das Teil treibt jetzt irgendwo auf die mauritanische Kueste zu. Eine teure Nacht war das, yep!

10 Uhr 00, Intermar – Christoph erzaehlt was von 4 Beaufort, gerne haette ich ihm von der letzten Nacht berichtet aber ohne Lizenz heisst es Finger weg vom Mikrofon auf 20 Meter.

11 Uhr 30, Wind aus Ost 5 Bft, setzte zusaetzlich zur Genua das Gross im 2.Reff – unser Etmal 162 Meilen, voila doch gar nicht so schlecht.

17 Uhr 00, habe Funkkontakt auf 11 Meter mit 31SD107, Orlando aus Lissabon, gebe ihm meine Position die er sofort per Email an Intermar weiterleitet – superrr… Obrigado Orlando!

22 Uhr 00, Wind Nord-Ost 4 Beaufort, Segel bleiben unveraendert – Genua und Gross im 2.Reff – machen 6 Knoten. Werden es easy nehmen, haben schliesslich ein paar Stunden Schlaf aufzuholen.

Wetter
Las Palmas (Kanaren)
8. Februar 2012, 10:40
Bewölkt
Bewölkt
18°C
Gefühlte Temperatur: 14°C
Aktueller Luftdruck: 102 mb
Luftfeuchtigkeit: 51%
Wind: 4 bft N
Böen: 4 bft
Sonnenaufgang: 8:45
Sonnenuntergang: 19:47
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