Archiv für 5. Dezember 2009

Lamin Lodge & Serekunda

Die gnadenlose Hitze und der logisch darauf folgende Durst push’te uns endlich zum Landgang. Dinghy klar zu Wasser und rüber zum Anleger des Lamin Lodge. Mit einem herzlichen "welcome" nahm man die Leine vom Dinghy ab und auf gings die Treppen hoch zur Bar. Das erste Jelbrew Bier ging Ex runter, beim zweiten flirtete ich bereits mit einer Affendame, kaum hatten wir gegenseitig etwas Vertrauen gewonnen, mopste mir die Lady meine Bierflasche und verschwand mit ihrer Beute eine Etage höher … mal wieder typisch female :-)

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Kurz darauf lernte ich Cpt.Peter kennen, ein deutscher Segler der vor 28 Jahren seinen Anker für immer in The Gambia fallen lies. Er ist der Erbauer und Gründer von der Lamin Lodge, die Wellenlänge stimmte sofort und wir plauderten unsere Stories und Ideen aus als ob wir uns schon jahrelang kennen würden. Selbst 2 Regierungsputsche und ein Grossfeuer welches die Lamin Lodge 1993 total zerstörte konnten ihn nicht in die Knie zwingen und er baute alles wieder auf. In ca. 2 1/2 Stunden killten wir unter größter Verwunderung der Einheimischen einen kompletten Kasten Bier und der ganze Tisch war bedeckt mit leeren Flaschen, they called it the german table *grins
Die Beschreibung des Katers heute morgen erspare ich Euch lieber …

Nun gut, lasst uns mal das Land erkunden, auf Richtung der größten Stadt Gambias Namens "Serekunda", welche sich 9 km nord-östlich von Lamin Lodge befindet. Zuerst einen Fussmarsch von ca. 4 Kilometer durch die Pampa, da kommt schon wieder das Abenteuer-Feeling auf, ungewohnte Tierlaute und Flora und Fauna wie man sie nur aus Sielmanns Tierfilmen kannte, but this time it’s for real ! Im Dörfchen Lamin wird man stürmisch von den Kids mit "Toubab!" "Toubab!" begrüsst, was nichts weiter als "Weisser" heisst. Dort lerne ich 2 Rasta und Gospelsänger kennen die einen Zigarettenladen betreiben, nach harten aber fairen Verhandlungen bekomme ich diese für 2,40 Euro – nicht die Packung sondern die ganze Stange, da macht rauchen wieder spass :-)

Endlich erreichten wir die Hauptstrasse, nun die Qual der Wahl – Taxi oder Mini Bus, die Entscheidung fiel auf Mini Bus, alle 30 Sekunden flitzt so’n Ding hupend an einem vorbei . Daumen hoch und schon stoppt es, Tür auf und quetsch rein – unfassbar wie viele Leute in so einem kleinen Mitsubishi passen, kurz vor Serekunda konnte die liebe Mummy vor mir nichts mehr hören da meine Knie an ihren Ohren lagen, meine linke Schulter quetschte ich aus dem geöffneten Fenster und der Fahrer hielt schon wieder an um Passagiere aufzunehmen – einfach irre cool ! Der Trip kostete 5 Dalasis, umgerechnet 12,5 Cents und wir sind alle heil und happy in Serekunda angekommen.

Jetzt wollen wir mal Moneygram (Bank) aufsuchen um etwas Kohle abzuholen, voila veni – vidi … "sorry Sir, we run out of cash" (unsere Kasse ist leer), "och yep, das kenne ich" und weiter zur nächsten Filiale, Nr.2 bis Nr.4 hatten momentan keine Telefonleitung "haben wir ja auch selten" aber bei der 5. Filiale klappte es dann doch – Freundlichkeit ist die halbe Miete und Geduld der Schlüssel zum Erfolg.

Zeit für einen Drink, hierzu einfach rein in einem Tante Emma Laden, "welcome", ein Hocker oder Holzbank wird hervor gezaubert auf der man genüsslich seine Flasche leert denn diese bleibt selbstverständlich im Laden.

Die Lebensader der Stadt Serekunda ist die Hauptstrasse, diese geht quer durch die City Richtung Banjul, unglaublich aber wahr – von Ortseingang bis Ortsausgang sind beiderseitig ein Geschäft nach dem anderen gereiht, davor auch noch fliegende Händler, Stände und Basare – alle geschmückt mit den tollsten Namen, ganz groß in Mode sind: "TRADE", "POWER" und "Technologie", überall wird friedlich geschachert und verhandelt. Übrigens konnte ich mich total ungestört bewegen, keine lästigen Guides-Anfragen (Buster) etc., diese scheinen sich auf die Touristenzentren zu konzentrieren. Ab und zu fiel mal ein lautes lachen welches mit einem grinsen quittiert wurde denn ich hatte kein bock auf lange Hosen, Shorts kommen hier wohl so ähnlich an wie in Deutschland ein Schottenrock, never mind – i feel good :-)

Nach 5 Stunden walking brannten mir dann doch die Füße und ich weckte einen Taxifahrer, der in einer Seitenstrasse in seinem Auto ein Nickerchen machte, gute Situation zum verhandeln und wir einigten uns auf 120 Dalasis für die Rückfahrt – 30 Cents pro Kilometer ist okay. Er heisst Tennenkamara und wir planen eine weitere Fahrt am kommenden Dienstag, aber das ist eine andere Story …
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