Archiv für 16. Dezember 2009

Im Land der Krokodile & Flußpferde

Im Busch macht es ehrlich spaß früh aufzustehen. Alles was Pfoten, Krallen oder Flügel hat trifft sich mehr oder weniger friedlich zum morgendlichen Erfrischungsschluck am Flußufer. Als bei der ersten Muck Kaffee im Cockpit zwei Glubschaugen an der Sunjet vorbei schwammen waren wir doch erstmal sprachlos, das erste gesichtete Krokodil auf dem River Gambia – besser konnte der Tag nicht beginnen.
Zwanzig Minuten später gingen beide Schiffe Anker auf und wir setzten unsere Fahrt Richtung Georgetown fort. Vorbei an Kuntaur … wundere mich wo wohl die kleine Autofähre abgeblieben ist, momentan werden die Leute mit kleinen Holzbooten über den Fluß gebracht. Am Südufer von Baboon Island prusteten und schnauften stolz 2 Flußpferde bei ihrem Morgenbad, die Krönung nur 5 Minuten später mit einem 3 Meter langen Krokodil auf der Westbank – sofort stoppen wir die Schiffe auf und fachsimpelten ob wir bei Angriff eines solchen Kolloses überhaupt eine Chance hätten, die Antwort war einstimmig "nein" und wir beschlossen das Baden im Fluß in Zukunft auf ein Minimum zu reduzieren.

Krokodil auf der Westbank

Der Nationalpark zeigte sich von seiner schönsten Seite und wir entdeckten hunderte von Pelikanen, Flamingos und uns unbekannten bunten Vögeln, sogar einige Adler waren dabei.

Gegen 16:00 Uhr erreichten wir die Ka-Ai Inseln, hier gönnte mir Mutter Natur im letzten Frühjahr die besten Filmaufnahmen und Bingo – kaum vor Anker vernahmen wir schon das schnaufen eines Hippos, welches sich aber nur kurz blicken lies. Martin & Jerome untersuchten das Flußufer und entdeckten viele Spuren von Hippos und ein Krokodil im Schlamm. Kurz vor Sonnenuntergang tuckerten wir mit den Dingy’s in einen schmalen Creek, wieder unter größter Aufmerksamkeit denn ein Flußpferd in diesem engen Gewässer könnte äusserst gefährlich reagieren. Der Creek endete nach einer halben Meile als Bewässerungskanal in einem Reisfeld.

River Gambia 074

Zurück an Bord mussten wir den Tag gebührend feiern, Jerome backte ein paar Fladenbrote die mit Erdnussbutter herrlich schmeckten, die Sunjet steuerte eiskalte Getränke hinzu und Skipper Claes opferte eine Flasche Rum. Mit Begeisterung revidierten wir nochmals die Videoaufnahmen und Bilder der letzten Stunden, vor allem das Krokodil auf der Westbank erntete großen Applaus. Gegen 22:00 Uhr erloschen die Lichter an Bord von Ambra & Sunjet und die Crews verschwanden unter ihren Moskitonetzen. Na fast, denn Cola Rum drückte doch noch etwas auf der Blase und ich bevorzugte das Bord-WC wegen der Mücken draußen, beim zweiten Pumpenschlag dann der Schock … EIN OHRENBETÄUBENDER SCHREI (!!!) … vom Klang eine Mischung aus röhrender Hirsch mit etwas grunzen vom Schwein und vielleicht noch etwas wiehern vom Pferd – aber der tiefe Bass erschüttert ein bis ins tiefe Mark ! Nun war klar, ein Flußpferd schwamm ganz dicht an die Sunjet heran um im Schutze der Nacht die Eindringlinge in seinem Revier zu inspizieren. Als Begrüssung die WC-Pumpe zu bedienen war wirklich ein sehr respektloser Akt meinerseits. "Sorry, das war keine Absicht liebes Hippo, kommt nicht wieder vor" … aber nach dem kurzen Schock nahm der Paparazzi wieder überhand und schwupp mit Videokamera und Nightvision raus an Deck. Auch auf Ambra schauten ein paar Nasen über den Cockpitrand hinaus und wir flüsterten "il est vachement proche !" (es ist sehr dicht am Boot). Nochmals erklang ein ärgerliches Schnauben und unser Hippo verschwand wieder in die Tiefe der Nacht.

Wetter
Grenada (Karibik)
7. September 2010, 05:59
Wolkig
Wolkig
27°C
Gefühlte Temperatur: 37°C
Aktueller Luftdruck: 1012 mb
Luftfeuchtigkeit: 88%
Wind: 1 bft OSO
Böen: 1 bft
Sonnenaufgang: 5:57
Sonnenuntergang: 18:13
Mehr...
 
Gallery
dscn1661-800.jpg Gambia River-78 Bequia-20 dscn1707-800.jpg