Archiv für Januar 2010
Îles du Salut
Freitag, 22.01.2010
00:30 – Land in Sicht !
Okies, es ist mal wieder verdammt dunkel und es handelt sich um die Beleuchtung der Stadt Cayenne die sich in den Wolken reflektiert. Der Wind legt noch einen Zahn zu und bläst mit 20-25 Knoten, das stand laut Gribfiles nicht auf dem Menü. Addieren wir noch den kräftigen Strom von nun 2.5 Knoten, kommen wir locker auf 10 Knoten über Grund, gesetzt ist nur das zweifach gereffte Groß.
Also nochmals an den Computer um die Ansteuerung von Kourou zu studieren, 1.20 Meter Wassertiefe bei Niedrigwasser zwischen den "Vitalo" und "La Folle" Felsen – "der Lebende" und "die Verrückte", die Franzosen beweisen immer einen sagenhaften Humor bei der Namensvergebung, glaube unserem Segelguru Wilfried Erdmann ist das auch schon mal aufgefallen.
Fazit: Einmal in der Einfahrt von Kourou wäre ein Rückzieher äußerst schwierig, hart am Wind gegen Strom und Welle ohne Genua – nein, nicht gut… also Plan B und Kurs auf die Begrüßungsinseln (Îles du Salut), klingt auch viel angenehmer als die Crazy Rocks vor Kourou.
03:00 – 24 Seemeilen in 2 1/2 Stunden – echt der Hammer ! Wir laufen 1 Meile südlich an der Ile Saint-Joseph vorbei und kommen unter Landschutz – no more Rock’n Roll, ein Vergleich mit dem Radar bestätigt das die Maxsea Karten 100% sauber kalibriert sind – jetzt in Schleichfahrt auf die Kokospalmenbucht (Baie de Cocotiers) der Ile Royale zu.
03:30 – Eine kleine Fähre liegt an einer Mooring, sonst gehört die ganze Bucht uns – Sahne !!! Unser Anker fällt in 5 Meter Wassertiefe – alles an Kette (40 m) raus und beide Maschinen volle Kraft zurück – Peilung steht – Ankerlicht an und alles andere aus.
Nach 14 Tagen und 13 Stunden beenden wir somit unsere erste Atlantiküberquerung, was für eine super geile Fahrt – können wir morgen sofort wiederholen aber die Sunjet hat jetzt wirklich etwas Ruhe und reichlich Streicheleinheiten verdient, let’s chill out a bit …
09:45 – Sonnenaufgang(!) … springe sofort an Deck und wooow – Südseefeeling, überall Kokospalmen, dazwischen sauber gepflegte Rasenflächen und ein paar Häuser im typischen Kolonialstil. Diese Bucht trägt zurecht ihren Namen "der Garten Eden", wir sind im Paradies !!! Nach der wunderschönen Zeit in The Gambia hatte ich keine große Lust auf überfüllte Ankerplätze und Massentourismus, der Umweg hat sich jetzt schon gelohnt, man was schmeckt der Kaffee gut heute morgen … Yoohooo !
Last Night @ Sea
je näher man der Zivilisation kommt, um so hektischer verläuft der Tag !
Fast hätten wir die Seelotsen Session verpasst, Don Cristobal startet immer früher und funkt jetzt schon bei Sonnenaufgang – muß da mal Protest einlegen !
Genau mitten in der Session (schlürfte gerade meinen ersten Kaffee), biß auch noch ein Thuna an, 5 Kilo – bin wie gesagt kein großer Thunfischfan aber dieser war doch herzlich willkommen denn die Konserven hängen einem mittlerweile zum Hals heraus.
Schön filetiert mit Zwiebeln, reichlich Knofi, Olivenöl und Pfeffer in Alufolie eingewickelt und ab in die Pfanne – yep, war lecker
Der GPS mahnt, noch 40 Seemeilen bis zum Land – das heisst Maschinen überprüfen, Tanks auffüllen und vor allem duschen. Eine schmerzhafte Zeremonie war das kämmen, hatte doch glatt vergessen in den letzten 14 Tagen mal die Haarbürste zu benutzen.
Beim überqueren des Kontinentalsockels (Schelf) wechselt der Atlantik seine Farbe von dunkelblau auf grün und der Wind schläft immer mehr ein je näher wir der Küste kommen. Beeindruckend ist die Strömung, ca. 2 Knoten gen Nord-West, bei nur 12 Knoten Wind laufen wir unter 2x gerefften Groß (woll’n ja bummeln) ca. 8,5 Knoten über Grund.
Drei Anlaufziele stehen zur Auswahl: Cayenne, Isle Royale und Kourou.
Cayenne ist extrem flach, bei Niedrigwasser stellenweise nur 1,20 Meter – wir müssten bis morgen mittag auf Hochwasser warten.
Isle Royale hat eine herrliche Ankerbucht (genannt der Garten Eden) aber keinen Supermarkt.
Kourou hat genug Wasser, ist bestens betonnt und hat mehrere Supermärkte mit frischen Steaks, reichlich kühles Bier und leckeren französischen Rotwein.
Choice is made, wir laufen heute Nacht in Kourou ein – let’s go
12. Tag auf See
Soderle, was haben wir heute für einen Wochentag …Dienstag okay, gut das wir diese olle Uhr mit Datums und Wochentagsanzeige haben sonst hätte ich Null Ahnung – davon aber viel würde jetzt mein alter Herr sagen
Heute morgen gabs die ersten Anzeichen von Landnähe, 2 Vögel (yep so richtig mit Federn!) umkreisten die Sunjet auf der Jagd nach fliegenden Fischen. Um 14:20 dann auch noch A.I.S. Alarm und der Tanker "Seri Ayu" auf der Fahrt von Venezuela nach Südafrika passierte uns nördlich mit 18,5 Knoten.
Bis nach französisch Guyana sind es noch 330 sm, um dort nicht in der Nacht von Donnerstag auf Freitag aufzuschlagen müssen wir wohl noch’n bischen bummeln, momentan ist es aber sowieso nicht so dolle mit dem Wind, na schaun wa mal.
Auf jedenfall gibts bei Ankunft erstmal ein dickes kräftiges saftiges leckeres medium gebratenes argentinisches T-Bone Steak mit Pommes rot weiß und einen Stiefel kühles Bier "woooaaaah lechz" !
Das Wetter ist hier (6 Grad vom Äquator) einfach traumhaft, Nachts ca. 26 Grad und tagsüber so um die 35 Grad. Die Sonne hat echt Power, gestern verbrannte sie in kürzester Zeit meinen weissen Hintern, dann doch lieber wieder mit Shorts.
(Anm. dazu von der Fee …lach mich gerade schlapp
)
Ein großes "Danke schön" geht nach München zum Skipper Wolfgang (www.himbeerblau.de), er terrorisiert gerade viele Segelmacher damit wir bald wieder eine Genua setzen können – coolio
Okies, let’s go for a Coffee und dann heisst es Nachtwache, die faulen Zeiten sind vorbei schnief…
aber Südamerika – wir kommen yoohooo !!!
