Archiv für Juni 2010

versteckte Kamera ???

Mittlerweile haben wir uns richtig gut in St. Georges eingelebt, die Liste neugewonnener Freunde ist sehr lang, auf der Pole Position “Yves” – ein Abenteurer wie er im Buche steht. Mit einer 2 CV (Ente) durchquerte er Südamerika, lebte 2 Jahre in Kolumbien, 4 Jahre in Brasilien und nun knapp 30 Jahre in französisch Guyana. In dieser Zeit hat er sich ein mächtiges Anwesen aufgebaut, 50 Hektar Land mit einer schönen Farm direkt am Gabaré Creek, einfach traumhaft !

Sunjet im Gabare Creek

*Sunjet im Gabaré Creek

Na und wie es Kollege Zufall will hat Yves gerade ein kleines Segelboot geschenkt bekommen welches noch in Kourou an Land steht, da er lange Zeit nicht mehr auf See war konnte ich seine Bitte das Boot zu überführen nicht ablehnen. Einer seiner Arbeiter ist seit 2 Wochen in Kourou und hat alles bestens in Schuss gebracht, selbst der Antifouling Anstrich ist schon erledigt … “Du brauchst nur noch einsteigen und in See stechen”.

Indiohütte

*eine Indio Hütte im Gabaré Creek

Hier also ein 48 stündiger Bericht aka 2 ganz normale Tage in fr. Guyana …

Mittwoch morgens um 05:00 brechen wir auf, mit einem Kleinlaster 150 Kilometer quer durch den Urwald und jetzt sehe ich die ausgebrannten Fahrzeuge mit eigenen Augen und zähle nur 15 Stück, bekomme aber auch prompt von Yves die Antwort : alle 3 Monate kommt eine Räumkommando aus Cayenne. Die Straße ist durch die lange Regenzeit stark beschädigt aber die Natur ist einfach umwerfend schön, die Bäume scheinen in den Himmel zu wachsen. Bei Kilometer 110 erreichen wir den Kontrollposten “Regina” von der Gendarmerie, hier werden sorgfältig unsere Papiere und das Auto kontrolliert. Ab Cayenne fahren wir wieder auf einer schlaglochfreien Straße und erreichen Kourou um 10 Uhr 30.

wunderschöne Natur

Da steht nun Yves neuer Stolz, “MELANIE 1” – eine recht solide 6,50 m Gfk Sloop aus den 70ern aber leider nicht auf geriggt, nun gut – wir haben eine 8 PS Mercury Außenborder sowie einen 8 PS Johnson als Reserve, damit sollten wir die 120 Seemeilen entlang der Küste locker schaffen, 120 Liter Sprit befinden sich bereits in Kanistern an Bord. Also erst einmal das Rigg ordentlich laschen denn mit so einer kleinen Schale werden wir bestimmt draußen mächtig rollen. Jetzt fällt auch auf das wir keine Stromversorgung an Bord haben, 6.50 Meter – da reicht ein weißes Licht, also auf zum Chinesen um eine Petroleumlampe zu kaufen, 2 Taschenlampen kommen noch hinzu.

Kurzer Besuch in einer Kneipe, Frankreich verliert gegen Südafrika aber meine Kollegen nehmen es mit Humor.

15 Uhr 00 -  wir slippen, der Mercury springt an aber kommt nicht richtig auf Touren, die Düsen vom Vergaser sind verstopft, keine Panik – Kurs auf den Ponton von Le Bourg der sich 2 Meilen flussabwärts befindet. Didier kommt mit großen Augen aus der Kabine und fragt mich ob es denn normal sei das sich Wasser im Schiff befindet !!!  Schnell übergebe ich ihm die Pinne und traue meinen Augen nicht, der Kahn ist halbvoll gelaufen und die Bodenbretter schwimmen schon auf, schnell zum Bug – dort hatte ich vorher schon rostige Seeventile entdeckt aber die Dinger sind dicht, unter den Sitzbänken auch nix aber bei der Hundekoje ein verdächtiger Wasserwirbel, mit der Hand taste ich durch die trübe Brühe und irre – ein offener Wasserdurchlass !

Das erste nützliche Objekt in greifbarer Nähe war eine Rolle Toilettenpapier, einfach reinstopfen und freu freu, erst mal dicht das Ding … danach mit der Pütz schnell lenzen lenzen lenzen … wie sagte mein alter See Guru Sigi von der Sportbootschule Nautilus in Hamburg, die beste Lenzpumpe ist eine Pütz und ein Skipper mit Angst vor’m absaufen. Gegen ein erfrischendes Bad hätte ich ja nichts aber mein gutes Laptop ! Also weiter, das Wasser muss raus … kurz vor Le Bourg übernehme ich wieder das Ruder und Didier bereitet die Leinen vor. Ich fahre eine 180 Grad Kurve um gegen die Strömung an den Ponton zu fahren, der Mercury ist kurz vorm absterben aber noch ist alles gut … bis zum Moment wo ich keinen Wiederstand an der Pinne mehr spüre, what’s up ? Keine Panik, die Pinne ist soeben vom Ruderkoker abgebrochen, ganz geil – was haben wir denn noch ? Ah ja, der Mercury im Schacht lässt sich um die 10 Grad nach Backbord und Steuerbord drehen – mit einem etwas härteren Manöver erreichen wir den Ponton und Erleichterung machte sich breit als die Vorleine  belegt war. Was läuft hier für ein Film ab, ist hier irgendwo eine Kamera an Bord versteckt oder was ? Kein Power auf der Schraube, das Boot voll Wasser und anschließend auch noch Ruderverlust, hier ist doch was im Busch !

Didier versichert das alles in Ordnung ist, er wird schnell an Land gehen und eine neue Pinne schnitzen. Nun gut, zwischenzeitlich wechsel ich den Mercury gegen den Johnson aus aber wie schon erwartet springt dieser nicht an … nicht mal husten tut er, aus Erfahrung mag ich sowieso keine amerikanischen Außenborder. Der Voreigner kommt und bastelt eine Stunde am Motor – nix, kein Mucks also wird Motor Nr.3 angeliefert, diesmal ein Yamaha – vernünftig aber mit 4 PS doch recht schwach auf der Brust. Auch der Wasserdurchlass wurde zwischenzeitlich mit einem Schraubdeckel verschlossen.

Didier kommt gegen 20 Uhr mit der neuen Pinne und kann es gar nicht abwarten, das erste mal in seinem Leben mit einem Segelboot in See zu stechen. Leinen los und auf geht’s flussabwärts, Kurs auf die Iles du Salut. Der Yamaha ist wirklich zu schwach, 4 PS für 2 Tonnen, dazu die falsche Schraube und noch schlecht angeströmt, da ein Kurzschaft = wir machen 3 1/2 Knoten über Grund. Um 23 Uhr 30 passieren wir die Inseln und bekommen jetzt noch 1 Knoten Gegenströmung, als Bonus macht das Boot ca. 15 Liter Wasser pro Stunde, ein altes Seewasserventil leckt.

Wir haben 5-10 Knoten aus Nord-Ost mit Regenschauern.  Eigentlich gute Konditionen um zum Oyapock Fluss zu Motoren, nach 4 Stunden an der Pinne wird es Zeit mal die Position zu checken und rufe Didier zum Ruderwechsel.

Kaum das Laptop gebootet und den GPS angeschlossen höre ich schon das jammern im Cockpit, keine 5 Minuten vergehen und Didier wird richtig hysterisch – er kann die Kälte nicht mehr ertragen (25 Grad!) und die See ist nichts für ihn …Okay, alles wird gut und übernehme wieder die Pinne. Didier verschwindet in die Kajüte und macht sich unsichtbar (erstaunliche Leistung auf einem 6.50 m Boot). Wenn der Bursche jetzt schon ausflippt dann springt er bei Schlecht Wetter bestimmt über die Kante, also Kursänderung zurück nach Kourou.  Um 04 Uhr 00 = 8 Stunden an der Pinne erreichen wir wieder den Ponton von Le Bourg und was haben wir gelernt ?

“Nichts geht über Einhandsegeln” ;-)

Nach 2 Stunden Gedöse geht es mit dem ersten Minibus nach Cayenne. Dort ein leckeres Frühstück, Café au lait & Croissants und weiter mit dem nächsten Minibus durch den Busch zurück nach St. Georges. Um 17 Uhr 30 sitze ich wieder in meinem Dinghi und rudere zu der geliebten Sunjet, oh yes – am schönsten ist es doch Zuhause und falle sofort in einen tiefen Schlaf.

I love Palm Trees

Um 03 Uhr 00 heult auf einmal eine Sirene, kann doch gar nicht sein – mitten im Busch und doch, die lokale Polizei weckt gerade Yves, ein Sondereinsatzkommando der Grenzpolizei hat ein Flüchtlingsboot geschnappt und haben ein großes Problem, es sind 4 Wildschweine mit am Bord und Yves hat natürlich die größte Erfahrung mit den Biestern. Mit dem Lastwagen geht es zum Tatort und unser Haudegen fesselt mit Hilfe vom Doc die aggressiven Schweinchen in knapp 10 Minuten … die ca. 25 jährigen Rambo’s vom Sondereinsatzkommando kamen aus dem Staunen nicht mehr raus.

Schwein muss man haben

*Schwein muss man haben !

Somit einen starken Kaffee und das Schlachtfest kann beginnen, heute gibt es leckeres Schweinefilet miam miam

Yves & Nestor beim entborsten *Yves und Nestor beim entborsten …

auch fürn Doc viel Glück

*auch unser “Doc” ist nicht zimperlich und nimmt sein Glück selber in die Hand :-)

Reisetipp für Naturliebhaber: Gabaré Creek

die Einfahrt zum Gabaré Creek befindet sich 1 1/2 Meilen flussabwärts von St. Georges auf  03°54 N – 051°47 W und hat durchschnittlich 5 Meter Wassertiefe. Es gibt zwei Untiefen, bei Hochwasser aber kein Problem (3.5 Meter). Nach 15 Kilometer versperrt die Straßenbrücke (N2)  jegliche Weiterfahrt. Hier wird es Zeit, das Schiff Als Basis Camp zu sichern, Leinen an Bäumen & Anker. Mit dem Dinghi  (besser wäre ein Kajak) kann man noch 80 Kilometer weiter den Creek hinauf. Der Gabaré Creek dient zur Trinkwasserversorgung von St. Georges und eignet sich hervorragend zum täglich erfrischendem Bad.

Abenteuer pur in unberührter Natur mit Indios, Papageien, Krokodilen, Wildschweinen u.v.m.

Gabare Creek

Zum Abschluss noch ein Video Cut:  mit einer Pirogue von St. Georges nach Oiapoque.

Wir fahren regelmäßig rüber nach Brasilien zum einkaufen, vor allem sind die Steaks dort besser und billiger – 4 fette T-bone Steaks für 6 Euronen, lecker lecker lecker :-)

Oyapock Video

shit happens …

Noch voll im Rausch vom Ariane-Start besuchten wir in den folgenden Tagen den Weltraumbahnhof  Kourou. Der Kontrast ist schon der Hammer, erst fährt man ein paar Kilometer durch tiefsten Urwald und schlagartig steht man vor der sehr sauber gepflegten High-Tech Anlage mit riesigen Parkplatz, Shuttle-Bussen, Museum, Checkpoints und als Eye-Catcher eine Ariane 5 in Natura … erstmal schlucken und raus mit der Kamera.

Ariane 5

Lichtjahre ist es her das wir mal ein Museum besuchten (glaub vor 30 Jahren in Stockholm) … Kulturflegel yep – macht nix, holen wir ja jetzt nach und zahlen brav 6 Euronen an der Kasse, eine Lady kommt angehechelt und fragt nach Waffen – “Nope, wir kommen mit friedlichen Absichten”  …alors bienvenu Monsieur.

das Weltraummuseum von Kourou Zu 70% besteht das Museum aus Illustrationen z.B. Satellitenaufnahmen der Erde dann 3 Satmodelle inkl. Meteosat.  und einige Bauteile der Ariane. Sehr interessant fand ich das Vulcantriebwerk der Ariane 5, bei solch einer Anzahl von Schläuchen, Düsen und Zuleitungen verliert man schnell den Faden … wie verdammt funzt denn nun das Teil ?!

Aber irgendwie fehlt hier der ultimative Kick, ein 3D Spacesimulator oder zumindest eine große Leinwand auf der man Aufnahmen von den Starts bewundern könnte aber es gibt nur ein paar Pc’s auf denen man sich Videos anschauen kann, somit bedankten wir uns und genossen nach 30 Minuten Dunkelkammer wieder den Sonnenschein und blauen Himmel Guyanas. – das sollte reichen für die nächsten 30 Jahre, Museen ist nicht so unser Ding ;-)

Vulcan-Triebwerk Auf der Rückfahrt vom Spacecenter kommt uns ein Schwertransport entgegen,alle Leutz rechts ran – roger – roger und unter grössten Sicherheitsvorkehrungen passiert uns das Johannes Kessler Modul, welches erst vor kurzem in Bremen auf die M.S. Tucan verschifft wurde, wie sagte Susi von der S.Y. Peter Pan noch – “die Welt ist ein Dorf” :-)

Nun jut, 5 Tage lang wurde an Bord der Sunjet auch mal wieder gearbeitet, die kurze steile See vor Suriname hat unser Brückendeck weich geschlagen, 8 Kartuschen Sikaflex Mastic, 5 Kg Polyester, 6 qm2 Glasfasermatten, 4 Nirobolzen (10 mm) sowie 2 Marinesperrholzplatten (8 mm & 12 mm) wurden im Sandwich-Verfahren einlaminiert.

neues Brückendeck Yoohooo, wir sind wieder Seeklar und nehmen Kurs auf Cayenne. Leider mal wieder nur eine ganz leichte Brise und eine Maschine summt auf halbe Kraft voraus sonst würde uns die Strömung rückwarts laufen lassen. Cayenne ist stark versandet bzw. verschlammt und einlaufen ist nur bei Hochwasser möglich. Wir gehen 200 Meter südlich des alten Anlegers vor Anker. Mit dem Dinghy kann man easy über einen Kanal in die City fahren, 2 Supermärkte gleich hinter der letzten Brücke somit keine große Schlepperei und mehrere Münzwäschereien zu vernünftigen Preisen aber Begeisterung kommt trotzdem nicht auf – Cayenne ist praktisch aber nicht sehr schön, es müffelt doch sehr penetrant am Kanal der auch als Müllentsorgung dient.

3 Tage später waren alle Klamotten gewaschen sowie der Diesel und Futterbestand aufgefüllt, 60 Seemeilen bis Brasilien, packen wir es an.

segeln auf dem River OiapoqueAlles wie gehabt, leichter Wind fast auf der Nase und ein Diesel tuckert mit, gegen 6:00 bei Sonnenaufgang erreichen wir die Mündung vom River Oiapoque. 2 Fischerboote sichten wir voraus als Mitläufer, einer auf der französischen, der andere auf der brasilianischen Seite, sehr langsam die Burschen – wir haben Zeit und reduzieren unsere Geschwindigkeit. Unsere Kursänderung leicht Richtung französisches Ufer wird kurze Zeit später  von einem der Fischer kopiert … Hm, der ist wohl neugierig, also Kurs wieder zur Flussmitte und … yep, er zieht mit – jetzt beide Maschinen 3/4 voraus, erst mal auf ihn zu und dann an seine Steuerbordseite und ansetzen zum überholen. Unser Kamerad gibt nun auch Gas, rauscht rüber zu seinem Kollegen, es springen Leute an Bord und er nimmt wieder Kurs auf unsere gute Sunjet, der Not & Anrufkanal 16 wird soeben mit Musik belegt, jetzt heißt es endgültig Gefechtsalarm !

In Kourou habe ich mehrere Stunden mit einem Gendarmen an einer Taktik gefeilt, gemeinsam waren wir uns einig das der erste Eindruck zählt, eine pechschwarze Baikal Kaliber 12 (sieht von weiten aus wie eine Automatic) sowie ein kompletter Kampfanzug der Fremdenlegion – die Weste verleiht Dir ein Kreuz a la Schwarzenegger …

Also rein in den Anzug, klick-klick machen die Schnellverschlüsse der Weste, in den Taschen verschiedene Arten von Schrot (Fein, 6er & 9er Kugeln) und zack-zack raus ins Cockpit, nun ganz cool die Baikal an die Genuawinsch hängen.

Ich greife zum ICOM Handfunkgerät und simuliere ein Gespräch, uns blockiert keiner den Kanal ! Unser Fischer ist jetzt nur noch knapp 100 Meter entfernt und auf einmal stoppt die Musik auf Kanal 16 und ein Gebabbel auf brasilianisch (portugiesisch) ertönt, ich verstehe nur zwei Wörter: “es Militar” und sie drehen sofort ab Richtung See !

Oh shit, Adrenalin pur – zuerst die Erleichterungsphase, gefolgt von großer Freude und dann klopft Kollege Wahnsinn an … “komm Alter, jage denen jetzt ‘ne Salve hinterher”  … aber die Vernunft siegt.

Eine halbe Stunde später waren beide Boote außer Sicht und ich konnte endlich pitsch-nass geschwitzt wieder raus aus dem Anzug.

Die weitere Fahrt dem Fluss hinauf verlief ohne Zwischenfälle und um 15:00 Uhr fiel der Anker vor einem kleinen brasilianischen Camp. Die Stimmung war doch etwas angekratzt, die Story müssen wir erst einmal verdauen. Gedanken kamen auf wie schön entspannt man auf der Ostsee oder Nordsee segelt und was machen wir überhaupt hier?

Okay, shit happens – ab sofort wird alles bei Dunkelheit an Bord abgeschlossen und die Baikal bleibt permanent griffbereit.

Regenwald von Oiapoque

Ein neuer Tag beginnt, die Moral ist durch die ruhige Nacht wieder gestärkt und wir gehen Anker auf Richtung St. Georges und Oiapoque. Es wird eine herrliche Tour – kilometerweit kein Zeichen von Zivilisation, wir fahren durch tiefsten Urwald – cooolio :-)

La Isla Bonita

Vorbei geht es an vielen Inseln, zur großen Freude ist das Wasser auf dem Oiapoque viel sauberer als in Cayenne oder Kourou.

60 Kilometer Flussaufwärts

Noch 8 Kilometer bis St. George, wir wechseln zurück auf die französische Seite und hissen wieder die Tricolore.

St. George de Oyapock

Um 13:00 Uhr erreichen wir St. Georges, Sahne –  das Handy funktioniert hier wieder.

mal wieder ein sauberes Unterwasserschiff

Nach 8 Monaten haben wir endlich wieder die Möglichkeit trocken zu fallen, das Oiapoque-Ufer ist absolut schlammfrei und besteht aus Sand und Kieselsteinen. Natürlich hatten wir uns wieder ein dichtes Kleid an Pockenmuscheln im Kourou River eingefangen, kein Problem – 6 Stunden kratzen und ein 6 Pack Bier, danach war alles wieder picobello sauber.

Regen in Anmarsch

bis Ende Juli dauert die Regenzeit, 2-3 kurze Schauer täglich – es kann aber auch mal den ganzen Tag durch regnen. Baden macht hier wieder spaß, es handelt es sich um feinstes Frischwasser und ist mit 25 Grad auch sehr erfrischend. Ein deutscher Segler behauptete Piranhas gesichtet zu haben, sorry aber die sind viel weiter oben auf dem Amazonas.

Grüsse gehen diesmal nach Valencia zum Kjeld und nach Dessau zur Sekundarschule Zoberberg, schön Euch an Bord zu wissen.

Und recht herzlichen Dank an Achim (S.Y. Acropal), Manni (S.Y. La Rossa) sowie an Wolfgang und Günter (S.Y. Galeb) – Jungs, die Genua ist absolute spitze, ohne dieses Segel hätte ich niemals Brasilien erreicht – moit obrigado :-)

Nachtrag: mittlerweile sind wir schon 2 Wochen in St. Georges und haben viele nette Menschen kennen gelernt, direkt vor dem Hafen liegen wir auch sehr sicher da Gendamerie, Zoll und die Armee permanent auf Streife sind. Trotzdem wird man immer wieder zur Vorsicht aufgerufen. Die Straße von Cayenne nach St. Georges geht quer durch den Urwald, ca. 50 ausgebrannte und mit Kugeln durchlöcherte Pkw’s zieren den Straßenrand, überfallen von brasilianischen Banditen die Nachts über den Fluss kommen und hier in Guyana Raubüberfälle ausführen. Die Regierung bittet diese Strecke nur tagsüber zu benutzen, falls Nachts dann auf keinem Fall irgendwo anhalten. Fazit, es ist eine wunderschöne Gegend, der Besuch lohnt sich wirklich aber man sollte auch Sicherheitsmaßnahmen treffen.

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Las Palmas (Kanaren)
8. Februar 2012, 10:15
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