Nickerie River – Suriname
genau heute vor einer Woche verliessen wir die Karibik Richtung Süd-Amerika. 3 tolle Abende hatten wir on the row abgespult, der erste an Bord der Bomika mit Lisa und Charlie,wie immer sehr gemütlich. Am folgenden Abend in der Prickly Bay die Hammer-Rumpunsch Party an Bord der Aleppo, olala – 5 Ösies und ein Germane, nach jedem Glas verstand ich den tiefen Steiermark-Slang besser und zum guten Schluss wollte ich schon den österreichischen Adler auf der Sunjet hissen, danke nochmals Karin & Kurt ! Den letzten Abend besuchte ich mit Oliver von der TAO ein China-Restaurant, endlich hat es mal ausgezeichnet geschmeckt, denn in Faro sowie auf den Kanaren sind wir beim Chinesen mächtig auf die Schnauze gefallen …
Zurück auf See, nach Umrundung von Point Salines (SW Grenada) bekamen wir den Wind direkt auf die Nase, BOUM – wieder ballern die Wellen ohne Gnade unter unserem Brückendeck, arme Sunjet – das muss doch weh tun … nach 10 Meilen zum Gegenschlag und so weiter – 36 Stunden lang kreuzten wir uns von Grenada frei und erreichten am Sonntag Nachmittag die Insel Tobago (Trinidad & Tobago).
Sonntag auf Montag war der Wind uns mit Nord-Nord-Ost 15 Knoten gnädig gestimmt und wir machten einen guten Satz gen Ost. Dienstag wieder knallhart am Wind. Ab Mittwoch wurde es dann sehr schwierig denn der Wind aus Ost ging auf 7-10 Knoten runter und die Strömung drückte uns immer weiter auf’s Land zu. Venezuela und das Orinoco Delta war geschafft aber Guyana (ehemaliges British Guiana) geniesst unter Seglerkreisen alles andere als einen guten Ruf = Piraterie & Korruption. Oliver versorgt uns per Pactor mit guten Infos und die Entscheidung ist gefallen – Maschinen volle Kraft voraus und auf nach Suriname.
Freitag morgen standen wir endlich nach 6 Tagen gebolze vor der Mündung des Courantyne River. Das schöne Atlantik “blau” wechselte über in ein lehmiges braun, nicht gerade motivierend aber diesen Film kennen wir von unserem letzten Kourou Besuch in französisch Guyana. Dann genau in der Funksession mit Christoph und Albert schnalzte die Klammer von der Schleppangel – Fischalarm ! Wir hieven eine ca. 1 Meter große Dorade ins Cockpit – boooaaah, endlich eine Dorade, die Stimmung schlug sofort auf Positif um, das muss ein gutes Omen für unseren vorstehenden Suriname Besuch sein. Danach höchste Konzentration, wir haben ablaufendes Wasser und müssen von den Courantyne Fluss in den Nickerie Fluss abbiegen. Die Positionen der Fahrwassertonnen stimmen nicht mit unserer Navigationssoftware überein, ist die Ansteuerungstonne vielleicht abgedriftet ? Wir merken uns die Versetzung und spätestens bei Tonne 2 wird klar, die Karten sind schlecht kalibriert. Also geht’s weiter auf der alten klassischen Art mit Peilungen. Eine Stunde später befinden wir uns im tiefen Wasser des Nickerie Flusses.
Erster Kontakt mit der Bevölkerung Surinames. Fischer passieren – ich grüße und mit einem freundlichen Lächeln wird dieser erwidert = gutes Zeichen. Am Flussufer stehen viele Menschen und winken zu uns rüber, cool, das sieht doch prima aus. Anschließend passieren wir die Hotelanlage vom Royal Inn, auf der Barterrasse riefen die Leute “come over for a drink”. Gute Idee, beim vorbereiten des Ankergeschirrs dann “take our Ponton, you are more than welcome!” Wooow, okies – Fender und Leinen raus und 10 Minuten später saßen wir in guter Gesellschafft und genossen das gute Parbo Bier (echt lecker!).
Später lernte ich dann auch den Chef “Roy” und seinen Junior kennen, die Wellenlänge stimmte sofort. Dinghy zu Wasser und raus auf dem Fluss um gute Aufnahmen vom Hotel zu machen. Mittlerweile gehört die Sunjet zur Royal Inn Familie, wir planschen im Pool, genießen das Wlan, aber Liegeplatzgebühren wurden in einem leicht beleidigten Ton bestimmend abgelehnt. “ You can stay as long as you wish !”
Heute morgen fragte ich ob eine Tankstelle in der Nähe wäre, 10 Minuten später wartete ein Angestellter des Hotels mit laufenden Motor, mit 4 Kanistern ging es auf zur Pumpe, wieder wurde jegliche Bezahlung abgelehnt, what a country, was für eine Gastfreundschaft, einfach nicht zu fassen !
Aber die See ruft, der Wind ist günstig und unsere Reise geht morgen früh weiter nach französisch Guyana, aber Suriname und seine liebenswürdigen Menschen haben wir ganz ganz oben in unser Herz eingeschlossen.