Think big !

große Diskussion zwischen amerikanischen und europäischen Freunden … U.S. O-Ton: “the problem with you guy’s is that you live in a cocoon, break the shell, think big and go for it !”

Nun gut, nur wo liegt die Grenze bis zum Größenwahn ? Time will tell !

Also lassen wir mal die Katze aus dem Sack … willkommen an Bord der neuen Sunjet, eine Kelsall “One Off”, Länge:17m -  Breite: 9m – Tiefgang: 1.1 m, Groß, Genua & Kutter : 177 qm2, gebaut im Jahre 1998 von Bader & Grell in Laboe/Kiel.

Für einige Jahre schipperte sie wohl mehr als luxuriöses Apartment auf der Ostsee herum bis das Rigg verloren ging, danach war erst einmal Feierabend. Oliver verliebte sich in das Schiff und investierte 2 Jahre harte Arbeit (inkl. deutschen Winter !!!) . Er speckte das Schiff mächtig ab (schwere Inneneinrichtung, 6 KW Generator, Elektroherd – alles flog raus), riggte es neu auf und aus dem Ausflugsdampfer wurde ein vernünftiger Fahrtenkatamaran.

Vor 3 Wochen schmiss er mir die Schlüssel ins Cockpit mit folgenden Kommentar: “das schlimmste ist geschafft, jetzt bist Du dran ! ++ roger ++ roger

neue Sunjet

 

Okay, wie sieht es aus … mittlerweile habe ich Grenada verlassen und ankere vor dem schönen Fort Louis in Martinique. An Deck liegen 2 fette Kabelrollen denn eine neue Steuerleitung für den Ankerspill muss noch verlegt werden und yep, die 3 Farbenlaterne wartet auch noch auf ihre Installation.

 

Hamshack (Funkbude) im Steuerbord Rumpf (Mitte)

Gestern wurde termingerecht der Hamshack (Funkbude) fertig denn am 1.11 startet Christoph wieder mit der Seelotsen-Session. Leider ist mir bei der Aktion das geliebte Pactor Modem abgefackelt, 14.5 Volt waren wohl doch etwas zu viel für das gute Stück schnief !

Soderle, nun aber an die Arbeit denn nächste Woche soll es endlich wieder losgehen – auf dem Fahrplan steht diesmal Buenos Aires aber ein Zwischenstopp in französisch Guyana ist schon fast Pflicht denn dort machen die lieben Bomies die Gegend unsicher und ein Wiedersehen wäre echt toll.

 

Skippers Haustür

Captain’s cabin mit eigener Haustür :-)

 

 

Yanmar

 

2 x 36 PS Yanmar Diesel, hydraulisch zum hoch & runterfahren – geil !

 

so, nun aber wirklich mal was tun muss … :-)

Herzlichen Glückwunsch an die Linos, da wird sich Lani aber freuen und es kommt noch mehr Leben in die Bude, Prost Mischa ;-)

Lemon, Lime & Bitters

wieder einmal rauschen die Tage nur so vorbei und nach 2 Wochen vor Anker müssen wir mit Schaber und Bürste bewaffnet in den Bach, Unterwasserschiff schrubben ist angesagt.  We are on a mission … shit Auftrag denn der Bart ist echt lang und die Biester zäh, das ganze mal 2 = Katamaran, egal – das Wasser ist ja schön warm…. “Hier spricht der Kapitän, Hausbesetzer und blinde Passagiere haben auf der Sunjet keine Zukunft (!)” und das Massaker beginnt. Nach 2 1/2 Stunden ist die Schlacht entschieden und die letzte Entenmuschel trudelt den Meeresboden entgegen, komischerweise juckt mir tierisch das Fell – wohl zu lange im Wasser geblieben.

Am folgenden morgen erst mal ‘nen Schock, alles voller Pickel und jucken tut das … Patrice vom Katamaran “ZIGUE” kommt auf’n Kaffee vorbei und mit ihm die Lösung, die Algen am Rumpf sind giftig, er hatte vorgestern seine Propeller gereinigt und voila – die selben Symptome  … beim Muckefuck schlürfen beobachten wir wie Jean-Luis im Cockpit seinen Frühstückstisch deckt. Über Funk erklären wir ihm, das er unbedingt sein Unterwasserschiff reinigen muss da die Pockenmuscheln zu schnell wachsen. Keine halbe Stunde später kämpft unser Jean-Luis tapfer gegen die bösen Biester …

Am Abend sitzen wir 3 Veteranen gemütlich in Roger’s Beach Bar und lecken unsere Wunden, wie schon gesagt – die Solidarität unter Yachties ist ganz große Klasse :-)

Morgens um 07:30 wird in Grenada der Kanal 68 eingeschaltet, the Grenadian Cruisers Network – zuerst gibt’s einen sehr guten Wetterbericht mit anschließenden Flohmarkt, jeder kann anbieten was er gerade so rumliegen hat und nicht mehr braucht. Zum Schluss melden sich die kommerziellen Anbieter wie Bars oder Restaurants und nerven mit ihren täglich selben Menüs und Happy Hour’s Speeches – na, da wird die Kiste kurz für 10 Minuten abgeschaltet.

Beim wieder-einschalten höre ich ganz leise Charly von der Bomika im Gespäch mit Pierre (Grenada Boat Service), es geht um die Reparatur des Bomie-Schlaucherls “Bömmelchen” – auf deutsch: das Beiboot der Segelyacht Bomika Namens Bömmelchen.

Brav der Funkdisziplin entsprechend warten wir auf das Ende des Gesprächs und versuchen anschließend die Kontaktaufnahme aber es bleibt nur bei einem Rauschen. 4 lange Monate haben wir uns nicht gesehen aber immer Kontakt per Email gehabt und jetzt liegen wir nur 8 Meilen entfernt auseinander. Kurzer Kühlschrank-Check = gähnende Leere, Schmutzwäschesack = pralle voll – Anker auf und mit voller Fahrt zurück in die Zivilisation aka St. Georges … Coolio!

Drei Stunden später sitzen wir gemütlich bei Rumpunsch und Snacks im Cockpit der Bomika und haben uns tierisch viel zu erzählen. Leider musste ich ja die liebe Baikal beim Zoll abgeben denn zu gerne hätte ich Lisa nach dem 3. Glas mit meinen neugewonnenen Schießkünsten beeindruckt, welches sicherlich auch für gute Stimmung auf den 60 vor Anker liegenden Yachten gesorgt hätte … aber gut, ‘n andern mal :-)

happypeople

Charly & Lisa von der S.Y. Bomika

Am folgenden morgen ist Shopping angesagt aber schon auf der Dinghy-Fahrt zur Bomika das erste Malheur – der Honda Außenborder verabschiedet sich mit einem klassischen Kolbenfresser. Charly schiebt noch einen Kanister Oel rüber aber alle Wiederbelebungsversuche schlugen fehl, im Gegenteil, ein Scenario a la EXXON VALDEZ macht sich um die Bomika breit. Ein prüfender Blick zur Beach, nein noch keine Seevögel mit Schutzfaktor 20 am sonnen aber es wird höchste Zeit den Motor fachgerecht zu entsorgen.

Im Schlepptau ging es zuerst in den Grenada Yachtclub, höchste Zeit für ein alkoholfreies Getränk. Entsetzen machte sich bei den Bomies breit als ich Coca Cola vorschlug, probiere mal LLB meinte Lisa und okay, dann 3 x … äh, wie heißt das nochmal ? LLB! okay, 3 x LLB please.

Kurze Zeit später brachen 40 Jahre Coca Cola Kultur wie ein Kartenhaus zusammen, boah ist das Zeug lecker … nochmal das Gleiche bitte !

LLB steht für “Lemon,Lime & Bitter”, also Zitrone und Limone mit einem Schuss Angostura, welches Bitterstoffe sind die nach einem geheimen Rezept von einer Familie in Trinidad hergestellt werden. Das einzige Problem, es macht süchtig !!! Danke für den tollen Tipp Lisa :-)

mens@work

so hart ist das Leben in der Karibik !!!

Lisa ganz relaxLisa am träumen (Roger’s Beach Bar – Hog Island)

Soderle, die Arbeit ruft und momentan überschlagen sich die Dinge hier aber dazu mehr sobald wieder etwas Ruhe an Bord eintritt.

Ganz herzliche Grüße und beste Wünsche gehen zuerst an meinem Daddy, der gestern seinen 70. Geburtstag feierte, sowie an Holger, Benny  & Richard – unsere SCSmail Helden und an Corporal Bunama Jinkas vom gambischen GRTS Security Service (many thx Corporal for your nice and sympatic email).

Auch vielen Dank für die vielen Mails und Feedback !!!

So, nun aber wirklich  wech muß, hier ist mal wieder was im Busch :-)

von Rocks und LLB …

Ding-Dong soooderle, jetzt wollen wir mal gaanz laaangsam das Ende unserer großen Sommerpause einläuten …  “we are ON AIR” — “thx buddy”

Backflash August – St. George’s ist echt ein cooler Ankerplatz, die Bar vom Yachtclub ist nicht weit, Yachtausrüster und Supermarkt sind auch nur 5 Minuten mit dem Dinghy entfernt und das Wasser ist schön blau und sauber. Nur bei Nord-West und West wird’s wegen dem Schwell ein bisschen ungemütlich. Also “hoch” das Eisen und auf Richtung “Clarkes Court Bay”, eine gut geschützte Bucht im Süden von Grenada. Im Kielwasser haben wir die Moody 42 von Jean-Luis, ein französischer Einhandsegler den wir vor ein paar Tagen kennen gelernt haben. Er klapperte alle Yachten ab und fragte ob sie nach Trinidad segeln da er wegen den Piraten lieber im Konvoi fahren möchte.

me: “Na was willst Du denn in Trinidad, dort ist der Rum doch viel zu teuer !”

J.L : “Ja aber dort gibt es keine Hurricanes …”

me: “Wir sind hier, da kommen doch keine Hurricanes !”

J.L. : “okay, überzeugt – also Clarkes Court Bay”

Jean Luis düste aber erst einmal in die Prickly Bay um beim Yachtausrüster noch ein paar Teile zu besorgen. 3 Meilen vor der Einfahrt bei Calivigny Island dann ein fetter Regenschauer, Sicht gleich Null und ich freundete mich schon mit den Gedanken an raus auf See zu fahren um abzuwarten aber der Vorhang öffnete sich wieder und an Backbord lagen klar und deutlich die Fahrwassertonnen (na, sind wohl mehr kleine Bojen).

20 Minuten später biss sich unser Pitbull aka Bügelanker auf 3 Meter in den Grund fest und nix ging mehr – cool, Füße hoch – Feierabend!

1 Stunde später ruft Jean-Luis auf Kanal 68, er ist wieder unterwegs und hat noch 2 Meilen bis zur Einfahrt.

J.L. : “muß ich auf was achten ?”

me: “hast ‘ne Seekarte ?”

J.L. : “ja, habe ich”

me: “na dann ist doch alles gut”

Na diesen Spruch habe ich später echt bereut, aber ich wusste noch nicht das Jean-Luis nur im westlichen Mittelmeer rumgekurvt ist und somit noch keine Erfahrungen mit Riffen hatte …

KANAL 68 – gaaaanz laute Stimme … “ICH BIN AUFGELAUFEN !!!

hm, war das unser Jean-Luis ???

KANAL 68: “VOLKER VOLKER,ICH BIN AUFGELAUFEN, MACH WAS !!!

Yep, das ist echt Jean-Luis, was soll ich machen ? Erst einmal perplex über die Anfrage aber gut …

me: “gib mir Deine Position”

J.L. : “11°59.60 N – 061°44.29 W

me: “okay, komme sofort mit dem Dinghy rüber”

Schnell ein Blick auf die Karte, echt shit – er sitzt auf dem Riff südlich von Hog Island.

Dinghy zu Wasser, Tank schnell auffüllen, Handfunke und los geht’s …

Kanal 68

me: “okay Jean-Luis, bin unterwegs und in 10 Minuten da”

J.L. : “beeile Dich, das Schiff schlägt furchtbar hart auf’s Riff auf , ich schieße Rot!

und ziissscch macht’s – eine rote Leuchtkugel am Himmel …

Sofort starten von fast allen Yachten die Beiboote – fantastisch, diese Solidarität findet man heutzutage fast nur noch unter Seeleuten !!!

Ein Kanadier, wir nennen ihn mal Jacques Villeneuve, erreicht mit seinem 40 PS Außenborder als erster den Tatort, er will sofort die Großfall übernehmen um die Moody zu kränken.

Eine Welle rauscht an und drückt die Moody über’s Riff, Jean-Luis hat klugerweise die Maschine auf volle Kraft voraus laufen … und kommt frei  !!!

Begleitet von mehr als 10 Schlauchbooten läuft er in die Clarkes Bay ein, na das ist doch mal ein toller Einstand, endlich mal was los hier in der Bucht !

Der Abend wurde lang, sehr lang denn das war wirklich mal ein kräftiger Grund zum feiern, noch einmal Schwein gehabt Kamerad  :-)

Winnieboat die “Winnie Boat” (Moody 42) von Jean-Luis

Das waren die “Rocks”, bald geht’s weiter mit LLB und das feuchte Wiedersehen mit den Bomies aka Lisa & Charlie … da Rumpunsch is killing me 4 2nite :-)

Wetter
Las Palmas (Kanaren)
10. Februar 2012, 10:11
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Bewölkt
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