Mail von Frankie
Servus Volker, da draußen mitten auf dem Atlantik,
die SUNJET ist mittlerweile zu meiner Startseite geworden, wenn ich den
Rechner einschalte, will ich zuerst wissen was ihr so treibt… finde eure Kommentare, die an Paul und auch
die Links die Wolfgang in seiner Antwort voll Klasse und informativ… macht weiter so, mich als Fan habt ihr…
Franki aus Minga, Freistaat Bayern
Wasser marsch !
wooow wooow Wolfgang, toller Artikel – recht herzlichen Dank !!!
Hinzufügen möchte ich noch 2 Kriterien, die mir sehr wichtig sind bei einem Kat .
1.) geringer Tiefgang (Toleranzgrenze bei 1,20 Meter). Dadurch findet man selbst in den überfüllten Ankerbuchten der Karibik immer noch ein ruhiges Plätzchen.
2.) Rümpfe & Ruder fähig zum Trockenfallen. Gerade in den wärmeren Gegenden ist das beste Antifouling immer noch “Schaber & Bürste”, auf einer Sandbank oder am Strand ist das Reinigen des Unterwasserschiffs viel einfacher als mit Maske & Schnorchel im tiefen Wasser. Das Schiff als Beachhouse zu nutzen ist auch eine feine Sache.
Wolfgang, always welcome Skip, the honor is mine !
Soderle, was läuft hier auf See so ab .
sitze heute morgen am Steuerstand und meditiere mal wieder beim weiten Blick auf den Horizont, kommt ein Wölkchen in die Nase gekrabbelt. Hm, nicht gut… das müffelt ja schon leicht verwest ! Memory-Anfrage : wann haste das letzte mal geduscht ? “Na ja, schon n’Weilchen her Alten” !
Ganz vorsichtig heben wir den Backbord dann den Steuerbord Flügel und schnuppern unter den Achseln . So schlimm iset nüscht, 2 Lagen Deo und wir wären landgangtauglich. Nun gut, also T-shirt wechseln – gedacht, getan sitzen wir am selben Platz, kommt wieder dieser unangenehme Duft. Jetzt aber ein Visual-Scan der Umgebung . und tatsächlich, liegt doch ein vergammelter fliegender Fisch unter der Steuerkanzel ! Geduscht hamwa trotzdem noch heute
Überhaupt waren wir sehr arbeitswütig, liegt bestimmt an den sinkenden Temperaturen. Die Wetterkarten sagen weniger Wind für die nächsten Tage voraus, da wir das Bergfest (halbe Strecke) schon hinter uns haben können wir uns von unnötigen Ballast trennen denn “je leichter – um so schneller der Kat”.
Wasserschlauch an Deck, Pumpe an und Wasser marsch ! Wir lenzen unsere 2 Hauptwassertanks und waschen das Deck .welche Yacht wäscht auf 22° Nord und 42 West (mitten im Atlantik) ihre Decks mit einer halben Tonne Frischwasser ? Mia san mia !
Jetzt macht Orlando bestimmt große Augen . Yep, studiere gerade die “Gebrauchsanweisung Bayern” von Bruno Jonas um meine Freunde aus dem südlichen Teil der Republik zukünftig etwas besser zu verstehen. Das ist gar nicht so einfach, z. B.:
“Do dadiada da. Do dadiadada a. Do dadada a dadian!” Wir diskutieren gerade wo der Blumenstock am günstigsten zu plazieren ist, übersetzt ins Hochdeutsch: “Da verdörrt er dir. Da verdörrt er dir auch. Dort würde er dir auch verdörren!”.
Super das der Buggy wieder läuft Orlando !
Eine Schiffsmeldung haben wir noch, genau um 12:00 UTC kreuzte die RHL AGILITAS unseren Kurs, sah schon urig aus als dieses riesige Containerschiff aus dem Dunst erschien.
Okies, schönen Abend und bis morgen – es ist Zeit für unseren Sundowner !
Noch ‘ne Antwort für Paul
Der Kapitän der Sunjet hat mir gestattet, auch meine unmaßgebliche Meinung auf dieser wunderschönen Seite kund zu tun – vielen Dank dafür. Ich heiße Wolfgang und möchte als Segler (und Drachenflieger) meinen Senf besonders zu Pauls letzter Frage dazugeben.
Bei der Auswahl eines passenden Bootes spielt der Hersteller nur eine sehr nachrangige Rolle. Wie immer hängt die Entscheidung von den persönlichen Anforderungen und dem Geldbeutel ab. Beispielsweise muss ein Regattaboot oder Charterboot nicht wirklich Platz und Wohnkomfort bieten, aber besonders letzteres muss einfach in der Handhabung sein und darf sich ruhig auch etwas sportlicher anfühlen. Für Langfahrt ist Lebensqualität die entscheidende Größe. Da spielen natürlich Fragen nach Sicherheit, Langlebigkeit, Reparierbarkeit, effektive Platzausnutzung, Ausstattung auch mit komplexeren Teilen bzw. Geräten u.s.w. eine wesentliche Rolle.
Ich habe auf meiner einjährigen Reise mit Familie einige Kats gesehen, mit denen ich keinesfalls hätte tauschen wollen. Zumeist Eigenbauten, die in der Raumaufteilung schrecklich ineffektiv waren. Andere wiederum hatten tolle Details, die ich auch bei meinem eigenen Kat nachrüsten konnte/könnte. Generell sind mir die Serienboote durchwegs positiv aufgefallen – man bekommt viel Boot fürs Geld. Die Verarbeitungsqualität und die durchdachten Konzepte bieten eine ideale Basis, um Details nach eigener Vorstellung auszurüsten. Falls jemand mehr Zeit als Geld hat, kann er sich an einen Selbstbau wagen – doch ich persönlich würde meine Lebenszeit lieber damit verbringen, in die Welt hinaus zu fahren. Mit dem Nachrüsten der notwendigen Ausstattung in ein Serienboot kann man allein schon Jahre verbringen – wieviel dann erst mit einem Neubau? Denn eigentlich ist ein Boot nie fertig…
Na ja – ein endloses Thema, zu dem sich auch schon viele Wichtigkeiten ausgelassen haben.
Also kurz meine Meinung zu den konkret angesprochenen Firmen:
- Fountaine-Pajot: habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Jederzeit wieder.
- Privilege: schaut prima aus. Eine echte Alternative. Kenne ich leider zu wenig für ein eigenes Urteil.
- Lagoon: viel Platz. Ihr Design ist nicht ganz mein Geschmack.
- Sunreef: ich mag mein Boot gern selber fahren – ohne Crew.
Es gibt darüber hinaus noch eine Reihe weniger bekannter aber sehr guter Hersteller, die bei einer konkreten Auswahl auch beachtenswert sind (einfach googeln). Wenn man ein gebrauchtes Boot kauft, das schon einmal auf Langfahrt war, dann kann man sich wahrscheinlich eine Menge Ärger sparen. Unabhängig von allen schlauen Überlegungen bin ich der Auffassung: Wer das feste Ziel hat, die erste Meile hinter sich zu bringen, der findet auch sein passendes Gefährt.
Also Paul – jetzt würg’ schnell Dein Frühstück runter, damit es bald auch für Dich heißt: “Leinen los!” – auf dem Weg zum Horizont.
Ahoi,
Wolfgang
